Blick zurück in die Anfänge des Vereins

Da ich vor meiner Wahl zum Vorsitzenden im Jahre 2008 schon langjähriger Leiter der Bezirksgruppe Schwaben war, hatte ich mich bereits intensiv mit der Vergangenheit der ursprünglichen „Ortsgruppe Augsburg“ auseinandergesetzt. Diese Erkenntnisse sind sehr aufschlussreich und vor allem auf dem Hintergrund des damaligen Zeitgeistes und der vorherrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse durchaus beispielhaft und somit auch auf die anderen Bezirksgruppen und letztendlich auf den Gesamtverein übertragbar.

Die Geschichte des BLF beginnt am 19.05.1922 in München. In rascher Folge wurden sogenannte Ortsgruppen - 1922 Regensburg, 1923 Würzburg, 1924 Bamberg, 1925 Ansbach, 1926 Augsburg - ins Leben gerufen, so auch im Jahre 1926 die Ortsgruppe Augsburg. In der Zeitung war damals folgende Meldung zu lesen, welche sicherlich auch auf die Situation der Gründerzeit in den anderen Ortsgruppen zu übertragen ist:

Auf Anregung und auf Einladung des Stadtarchivdirektors Dr. Wiedenmann fand sich eine Anzahl von Herren zur Gründung einer Ortsgruppe des genannten Vereins zusammen. Anwesend war auch der Landesvorsitzende Egon Freiherrn von Berchem [...]

Als Vereinsziele wurden damals formuliert:

[...] die Bewahrung der Kirchenbücher vor Untergang, ihre Erschließung und Verzettelung [d. h. Anlage von Zettelkatalogen], eine Bibliothek, Aussprache der Forscher untereinander und Arbeitsteilung, Vorträge, eine Wanderausstellung ist geplant [...]. Für die nunmehr gegründete Ortsgruppe wurde als Obmann Herr Archivdirektor Dr. Hans Wiedenmann gewählt, als dessen Stellvertreter Herr Architekt Wanner jr., als Schriftführer Herr Archivoberinspektor Pöll, als Kassier Staatsbankinspektor Sontheimer, als Beisitzer, denen auch Fachreferate obliegen werden, Privatgelehrter Georg J. Meyer und Oberinspektor Hans Geßwein. Weitere Beisitzer aus adeligen und geistlichen Kreisen sind in Aussicht genommen [...].Augsburger Stadt Anzeiger, Ausgabe 311 vom 16.11.1926, S. 1

Fassen wir zusammen: 1926 trifft sich ein erlauchter Zirkel – alle haben in der Stadt Rang und Namen, die Mitgliederliste ist nicht minder erlaucht - zur Gründung eines Vereins. Die Rede ist nur von Herren.