Familiennamen: Woher kommt mein Name? Was bedeutet er?

Veranstaltungstermin: 
Donnerstag, 14. April 2011 - 18:00
Referent: 
Alexander Peren
Veranstalter: 
BLF-Bezirksgruppe Oberbayern

Jeder Name ist zur Unterscheidung durch Dritte vergeben worden. Somit hat jeder Name seine Bedeutung (das gilt nicht nur für Familiennamen, sondern für jegliche Bezeichnung). Die Familiennamensbildung geschah im deutschen Sprachraum überwiegend im 13. und 14. Jahrhundert und fand seinen Ausgang im Süden. Sie verlief stets nach den gleichen Regeln, die es heute bei entsprechendem Hintergrundwissen meist erlauben, die Familiennamen zu erklären.
Vier große Hauptgruppen haben sich herausgebildet, denen alle Namen zugeordnet werden können. Die bekannteste ist die Gruppe der Berufsbezeichnungen (Müller, Huber, Maier), gefolgt von Herkunftsnamen (Dillinger, Steinbrück, Straßburger) und den Familiennamen, welche aus Rufnamen entstanden sind (Matthäus, Martini, Karl). Schließlich wurden Übernamen (vergleichbar Spitznamen) aus körperlichen, geistigen Eigenschaften oder auffälligen Verhaltensweisen zu Familiennamen fixiert (Spät, Krause, Dürr, Schwarz, Kluge).

Die heutigen Schreibweisen der Namen sind eher zufällig und können u.U. die Bedeutung eher verdunkeln als erhellen (Kretschmaier hat nichts mit Maier zu tun, sondern kommt aus slawisch "kretschmar" = Wirt). Um einen Namen nicht falsch zu interpretieren, ist somit die Zusammenschau alter Namensschreibweisen notwendig. Sogenannte "Bedeutungskreuzungen" ergeben sich, wenn zwei gleichlautende Begriffe unterschiedliche Bedeutungen haben können ("Ernst" sowohl als Rufname denkbar als auch als Charaktereigenschaft "nicht fröhlich"; Maier im Süden und Meier im Norden).
Jede Region hat seine dialektalen Besonderheiten (Wörter die nur in einer bestimmten Gegend verwendet werden z. B. "Moos", "Bruch" und "Venn") und Regeln, weshalb an der Erscheinungsform des Namens (Endung, einzelne Buchstaben, Dehnungs-Kürzungs-Aussprache Hofmann/Hoffmann) oft erkannt werden kann, in welcher Region und manchmal auch wann der Name entstanden sein muss. Dabei spielt die Sprachwissenschaft und ihre Erkenntnisse eine entscheidende Rolle. Folglich benötigt man für die Onomastik (Namenkunde; Bedeutung der Namen) viel Hintergrundwissen aus unterschiedlichen Fachgebieten.
Durch die Fixierung der Familiennamen 1875 in den Standesämtern können keine neuen Familiennamen mehr entstehen, allerdings sterben alte aus (derzeit noch ca. 275.000 unterschiedliche deutsche Familiennamen).

Der Referent kam über die Familienforschung und VHS-Kurse zu dieser Thematik und veröffentlichte im Jahr 2000 einen entsprechenden Artikel. In dessen Folge analysierte er viele Namen und fand darüber auch den Einstieg in die Sprachwissenschaft. Das Publikum konnte durch Fragen den eigenen Wissensdurst stillen, wobei aufgrund der Vielzahl von Fragen nicht alle Fragen behandelt werden konnten.

Art der Veranstaltung: 
Vortrag, Referat
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Oberbayern
Teilnehmerkreis: 
für BLF-Mitglieder; Gäste sind herzlich willkommen
Anmeldung: 
Anmeldung nicht erforderlich